Baierbrunn – 1250 Jahre und doch so jung
Die bewegte Geschichte Baierbrunns beginnt, obwohl erstmals im Jahr 776 unter dem Namen „Paierbrunnen“ urkundlich erwähnt, schon viele Jahre zuvor.
Zeugen erster Bewohner unseres Gebietes sind Hügelgräber aus der Hallstattzeit (ältere Eisenzeit, 800 bis 450 v. Chr.), deren Grabhügel im Forstenrieder Park noch heute auffindbar sind.
Zu Zeiten der Römer besaß das Umfeld Baierbrunns strategische Bedeutung Die Römerstraße von Salzburg nach Augsburg überquerte nördlich von Baierbrunn die Isar. Der sog. „Römerstein“ an der B 11 erinnert an den Verlauf dieser Militär- und wohl auch Handelsstraße. „Römerschanzen“, wie in älteren Karten zu finden, gab es in Baierbrunn nicht. Am östlichen Isarufer allerdings ist eine alte Schanzenanlage nachweisbar und noch heute gut sichtbar, die der Sicherung des Isarübergangs für die Römerstraße diente.
Im Mittelalter herrschten die „Herren von Baierbrunn“. Ihr Wappen prägt noch heute das Gemeindewappen. Die Burganlage dieses Geschlechts befand sich auf dem Isarhochufer, auf der sog. „Konradshöhe“. Nach der Zerstörung anno 1421 entstand dort Ende des 19. Jahrhunderts ein Hotel mit Gaststätte. Heute ist dort der Sitz des Wort&Bild Verlags, Herausgeber von Deutschlands größtem Printmedium, der Apotheken Umschau.
Kriege und Katastrophen wie der Dreißigjährige Krieg und die Pest trafen das Dorf schwer, es war fast ausgestorben. Nach Zuzügen aus dem Bereich Tirol und dem Bemühen um Wiederaufbau blieb Baierbrunn lange Zeit ein kleines Dorf mit bäuerlicher Prägung.
Bei den Bauernaufständen gegen die österreichische Besatzung sollen sich die aufständischen „Oberlandler“ im Gasthof Post gesammelt haben, bevor sie in der Sendlinger Mordweihnacht 1705 niedergemetzelt wurden.
Mit der Eröffnung der Isartalbahn im Jahr 1891 wurde Baierbrunn ein beliebter Ausflugsort für Ausflügler aus dem nahen München. Künstler und Poeten entdeckten das Dorf mit seiner reizvollen Umgebung und der noch ursprünglichen Natur. Zudem bauten sich Münchner hier ihre Sommersitze.
Bei den letzten freien Wahlen in der Weimarer Republik im Jahr 1933 war Baierbrunn eine der wenigen Gemeinden in der Region, in der die NSDAP nicht die Mehrheit erzielen konnte. Die folgende Gleichschaltung in allen Bereichen des öffentlichen Lebens machte auch vor Baierbrunn nicht halt. Während der NS-Zeit blieb Baierbrunn mit Ausnahmen von Zerstörung verschont. Allerdings wurden in ansässigen Rüstungsbetrieben viele Zwangsarbeiter eingesetzt – ein dunkles Kapitel, das erst kürzlich aufgearbeitet wurde.
Nach dem Krieg entwickelte sich Baierbrunn zu einem begehrten Wohnort und wuchs beständig. Heute – mit rund 3600 Einwohnern – ist der Ort und seine umgebende Natur für Erholungssuchende aus der Stadt München ein beliebtes Ausflugsziel. Baierbrunn ist auch ein wirtschaftlich starker und zukunftsgewandter Lebensraum. Worauf Baierbrunn besonders stolz ist: mit 90,8 % Wahlbeteiligung (der höchsten in ganz Deutschland) bei der Bundestagswahl 2021 gilt Baierbrunn auch als Vorbild für gelebte Demokratie.
Die besondere Lage Baierbrunns zwischen dem Forstenrieder Park und dem Landschaftsschutzgebiet Isartal prägt den Ort. Wahrzeichen wie der Georgenstein in der Isar und das tief eingeschnittene Isartal laden zum Erleben der Natur ein – auch wenn der Erholungsdruck zunehmend Herausforderungen mit sich bringt.
Das soziale und kulturelle Miteinander ist geprägt durch ein reges Vereinsleben mit zahlreichen Angeboten, Festen und ehrenamtlichem Engagement – von der Freiwilligen Feuerwehr bis zur Nachbarschaftshilfe und mit Traditionsvereinen wie dem Trachtenverein „Georgenstoana“ und der Maimusi.
Kunstinteressierte besuchen die öffentlichen Skulpturen rund um den Wort&Bild Verlag oder erinnern sich an den bedeutenden Bildhauer Prof. Lothar Fischer, der bis zu seinem Tod 2004 hier lebte.
1250 Jahre Baierbrunn – ein Jahr zum Feiern
Im Jahr 2026 feiert Baierbrunn sein 1250-jähriges Bestehen – ein stolzes Jubiläum, das mit zahlreichen Veranstaltungen, Festakten, Ausstellungen und Mitmachaktionen zum Feiern einlädt. Baierbrunn – ein Ort mit lebendiger Geschichte und einer vielversprechenden Zukunft.
